Einblick No.6: Bombennacht

Bombennacht 1955, Öl/Tempera auf Papier/Karton, 147 x 238 cm, Privatbesitz

Bombennacht 1955, Öl/Tempera auf Papier/Karton, 147 x 238 cm, Privatbesitz

Die Bombennacht von Hans Fähnle ist ein sehr eindrückliches Werk. Als Fähnle Ende 1945 aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, ist Stuttgart durch Bombenangriffe weitgehend zerstört.

In diesem Werk scheint es, als dass Fähnle seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg und die Eindrücke der Zerstörung verarbeitet. Er setzt nach dem Krieg seine expressive Figurenmalerei fort, gleichzeitig vereinfacht, abstrahiert er die Figuren-
Details, wie beispielsweise der Gesichtsausdruck der Menschen im Hintergrund des Bildes, sind kaum mehr erkennbar.

Zu Hans Fähnles Lebensabschnitt und künstlerischem Werk während des Dritten Reichs wird am kommenden Freitag, 8. November, um 19:00 Uhr im Fleiner Rathaus Dr. Jochen Goetze auf Fähnles Bank berichten.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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Einblicke No. 1: Die Stunde der Entscheidung

Im wöchentlichen Wechsel mit der Reihe „Satelliten im Blick – Schauorte der Ausstellung stellen sich vor“ bieten wir Einblicke in Hans Fähnles Werk und zeigen Bilder, die gleichzeitig Teil der umfassenden Retrospektive der Ausstellung „Hans Fähnle. Maler aus Flein“ sind. Ab 25. Oktober 2013 werden diese und noch weitere Werke im Fleiner Rathaus zu sehen sein.
Das Gemälde „Die Stunde der Entscheidung“ (1946/47) ist das erste Werk und markiert den Auftakt unserer Einblicke. Es stellt den Höhepunkt  in Fähnles Schaffensphase dar und zeigt eine zentrale Frauenfigur, die sich mit ausgestreckten Handflächen zum Betrachter wendet. Die zwei Männer in grün und rot sowie der weibliche Akt erscheinen demgegenüber resigniert und in sich versunken.

"Stunde der Entscheidung" 1946/47, Öltempera auf Papier, 119,7 × 119,7 cm, Galerie Fähnle Überlingen

„Stunde der Entscheidung“
1946/47, Öltempera auf Papier, 119,7 × 119,7 cm, Galerie Fähnle Überlingen

Fähnles expressive Figurenmalerei wird mit diesem Werk besonders deutlich. Es erinnert durch die intensive Farbigkeit und die vereinfachten Formen an verschiedene Künstler, beispielsweise Nolde oder Ernst Ludwig Kirchner. Hans Fähnle erschuf dieses Werk nach dem Krieg und setzte damit seine expressive Malweise der späten 1930er-Jahre fort.