Freitag, 8. November 2013 zu Gast auf Fähnles Bank: Dr. Jochen Goetze

Dr. Jochen Goetze wird heute Abend auf der Bank Fähnles Platz nehmen

Dr. Jochen Goetze wird heute Abend auf der Bank Fähnles Platz nehmen

Am heutigen Freitag um 19:00 Uhr setzt sich Dr. Jochen Goetze, Kunsthistoriker und Dozent an der Universität Heidelberg, im Fleiner Rathaus auf Fähnles Bank. Er wird zeigen, wie Hans Fähnle in seinen Bildern die schrecklichen Erlebnisse des Dritten Reichs verarbeitete und Bezug nehmen zu der Ausstellung „Künstler im feldgrauen Rock“.

Wie viele Kunstschaffenden in Deutschland geriet auch Hans Fähnle ab 1933 in den Sog der gleichgeschalteten nationalsozialistischen Kulturpolitik. Fähnle und andere Künstler versuchten auf dem schmalen Grat zwischen äußerer Anpassung und innerer Zerrissenheit einen Weg zu finden, das eigene künstlerische Arbeiten fortzuführen.

Interessierte Fähnle-Fans sind herzlich zu dem Gesprächsabend „Zu Gast auf Fähnles Bank: Dr. Jochen Goetze“ im Rahmen der Ausstellung „Hans Fähnle. Maler aus Flein“ eingeladen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Einblick No.6: Bombennacht

Bombennacht 1955, Öl/Tempera auf Papier/Karton, 147 x 238 cm, Privatbesitz

Bombennacht 1955, Öl/Tempera auf Papier/Karton, 147 x 238 cm, Privatbesitz

Die Bombennacht von Hans Fähnle ist ein sehr eindrückliches Werk. Als Fähnle Ende 1945 aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, ist Stuttgart durch Bombenangriffe weitgehend zerstört.

In diesem Werk scheint es, als dass Fähnle seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg und die Eindrücke der Zerstörung verarbeitet. Er setzt nach dem Krieg seine expressive Figurenmalerei fort, gleichzeitig vereinfacht, abstrahiert er die Figuren-
Details, wie beispielsweise der Gesichtsausdruck der Menschen im Hintergrund des Bildes, sind kaum mehr erkennbar.

Zu Hans Fähnles Lebensabschnitt und künstlerischem Werk während des Dritten Reichs wird am kommenden Freitag, 8. November, um 19:00 Uhr im Fleiner Rathaus Dr. Jochen Goetze auf Fähnles Bank berichten.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Satelliten im Blick – Schauorte stellen sich vor: die katholische Kirche in Flein

Die katholische Kirche in Flein

Die katholische Kirche in Flein

Als es darum ging, ein Werk des Malers Hans Fähnle für die Dauer der Ausstellung zu zeigen, war die katholische Kirchengemeinde in Flein von Anfang an dabei. Bereits zu Ostern präsentierte die Gemeinde unter Pfarrer Donnerbauer eine Auswahl der Passionsbilder Hans Fähnles, die nun dauerhaft in der Kirche zu sehen sind. Daneben kann man seit Beginn der Ausstellung „Hans Fähnle. Maler aus Flein“ zwei großformatige Werke bestaunen.

Was er mit Hans Fähnle verbindet?

„Die sehr eindrücklichen Passionsdarstellungen, seine kantige und starke Ausdrucksweise, die in seinen Werken Ausdruck finden, lassen einen nicht unberührt“.
(Pfarrer Donnerbauer)

Die Kirchengemeinde beteiligt sich an der Ausstellung, da es immer wieder eine Herausforderung sei, die Bibel mit ihrer Botschaft in die heutige Zeit zu übersetzen und auch in der Kunst zu verstehen. Die gezeigten Werke des Malers Hans Fähnle sollen die Besucher zum Nachdenken animieren.

Für Pfarrer Donnerbauer ist Flein ein besonderer Ort, da die Fleiner sehr stolz auf Hans Fähnle sind und seinen Werken den entsprechenden Raum während des Ortsjubiläums bieten. Frau Seelos, die Kirchengemeinderätin, ist in Flein geboren und aufgewachsen. Sie schätzt das Dorf sehr für die dortige Gemeinschaft, die Weinberge und die Landschaft mit ihren Hügeln, die immer wieder andere Sichtweisen ermöglichen.

In Flein, so Frau Seelos, wird es einem nie langweilig – das kann das Fähnle-Team bestätigen!

Innenansicht der katholischen Kirche

Innenansicht der katholischen Kirche

Vernissage: Bratschistin Marlene Steg interpretiert musikalischen Zeitgenossen Fähnles

Der Komponist Paul Hindemith (1895-1963) erlebte als Zeitgenosse von Hans Fähnle ebenso die unruhigen politischen Zeiten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Deshalb liegt es nahe, ihn bei der Vernissage der Ausstellung „Hans Fähnle. Maler aus Flein“ im Rathaus am 24. Oktober aufleben zu lassen. Die Bratschistin Marlene Steg verleiht durch ihren musikalischen Beitrag der Vernissage eine weitere künstlerische Dimension. Sie wird neben einem Stück von Johann Sebastian Bach zwei Sätze aus einer Sonate Hindemiths zu Gehör bringen. Marlene Steg ist Dozentin an der „Jungen Orchesterakademie der Region Franken und Umgebung e. V.“ in ihrer Heimatstadt Heilbronn und unterrichtet außerdem an der Musikhochschule Stuttgart als Tutorin das Nebenfach Viola.

Das Programm verspricht einen Abend, der alle Sinne anregt – wir freuen uns auf viele Fähnle-begeisterte Besucher!

Marlene Steg

Marlene Steg

Einblick No. 5: Lehrer von Flein und Ruth

Lehrer von Flein und Ruth, 1926, Öl auf Leinwand auf Pressplatte, 123,3 x 173,5 cm, Städtische Galerie Fähnle, Überlingen

Lehrer von Flein und Ruth, 1926, Öl auf Leinwand auf Pressplatte, 123,3 x 173,5 cm, Städtische Galerie Fähnle, Überlingen

In Flein wurde Hans Fähnle geboren und wuchs dort auf – einen besonderen Bezug zu seiner Geburtsstadt pflegte er sein Leben lang. In verschiedenen Werken Hans Fähnles taucht die Gemeinde Flein auf, so auch indirekt im Werk „Lehrer von Flein und Ruth“ von 1926. Hier ist die Familie des Künstlers zu sehen, wobei der Raum und die Figuren nicht deutlich zu erkennen sind, vielmehr scheinen sie durch die gedämpfte Farbigkeit miteinander verwoben. Das Familien-Portät des 23-jährigen Malers zeigt kaum Details, locker gesetzte Pinselstriche und Farbflächen kennzeichnen das Werk. Auf den ersten Blick bestimmt die Setzung des Lichts die Wahrnehmung des Betrachters. Das leuchtende Gewand der zentral vor dem Tisch stehenden Figur hebt sich stark vom Hintergrund ab.

Wer ist diese Person, die Fähnle in den Mittelpunkt seines Werks setzt?

Die Antwort darauf kann der Besucher in einer der Führungen erhalten, die während der Ausstellung „Hans Fähnle. Maler aus Flein“ im Rathaus regelmäßig stattfinden. Die genauen Termine sind dem Flyer des Rahmenprogramms zu entnehmen (Fähnle Begleitprogramm) – das Fähnle-Team freut sich auf interessierte Fähnle-Fans!

Die heiße Phase beginnt: 5 Tage bis zur Ausstellungseröffnung

Was passiert da im Fleiner Rathaus? Das fragt sich so mancher Bewohner Fleins, wenn er in diesen Tagen das Treiben und die Personen im Rathaus und in ganz Flein beobachtet. Denn die Fähnle-Mannschaft mit ihren weißen Handschuhen wirkt wie eine Zusammenkunft örtlicher Ärzte zu einer großen Operation. Und tatsächlich: dem Fähnle-Team steht ein wichtiger Eingriff bevor, denn es gilt, die Ausstellung mit über 70 Exponaten des Künstlers Hans Fähnle im Fleiner Rathaus und in den umgebenden Schauorten bzw. Satelliten vorzubereiten und aufzubauen.

Das Transparent der Ausstellung vor dem Fleiner Rathaus ist bereits angebracht und der Gemeinderatssaal im Rathaus ist kaum wieder zu erkennen – anthrazitfarbene Wände stehen als Präsentationsfläche für die farbenfrohen Werke Hans Fähnles bereit.

Anbringung des Transparents am Fleiner Rathaus

Anbringung des Transparents am Fleiner Rathaus

Bohrer glühen und jeder im Fähnle-Team ist hochkonzentriert, denn die Werke Hans Fähnles müssen dokumentiert, ausgepackt, sortiert, präpariert und an geplanter Stelle aufgehängt werden. Akribisch misst das Fähnle-Team hierfür Abstände und richtet die Scheinwerfer aus, bringt Zitate Hans Fähnles an, installiert Briefe und Fotografien Fähnles im Foyer und bestückt die Außenstellen der Ausstellung mit den vereinbarten Werken.

Das Fähnle-Team beim Aufbau

So nimmt das Modell langsam in den realen Ausstellungsräumen Gestalt an, wenngleich noch nicht alle Werke ihren Platz an den Wänden im Fleiner Rathaus eingenommen haben.

Theorie und Praxis: Das Modell und der reale Ausstellungsraum

Theorie und Praxis: Das Modell und der Ausstellungsraum

Satelliten im Blick – Schauorte stellen sich vor: das Gasthaus Lamm und das Hotel „Wo der Hahn kräht“

Das Gasthaus Lamm und das Hotel, Restaurant und Weingut „Wo der Hahn kräht“ geführt vom Inhaber Felix Schick haben einen ganz eigenen Bezug zum Maler Hans Fähnle. Während der Ausstellung im Fleiner Rathaus sind an beiden Orten in Flein jeweils ein Werk Hans Fähnles zu sehen, die im Besitz der Familie Schick sind.

Bereits 1965 wurde die Gaststätte „Wo der Hahn kräht“ eröffnet. Sie liegt im Deinenbachtal (Altenbergweg 11, 74223 Flein) und seit 1982 haben die Gäste die Möglichkeit, auch dort zu übernachten. Mittlerweile wird das Hotel mit Restaurant und Weingut sowie das Gasthaus Lamm in dritter Generation geführt und bietet den Besuchern und Gästen in Flein neben einer gemütlichen Atmosphäre eine feine schwäbische Küche und selbst angebauten Fleiner Wein.

Das Team und der Inhaber Felix Schick freuen sich auf den Besuch interessierter Fähnle Fans sowohl im Gasthaus Lamm (Erlachstraße 1, 74223 Flein) als auch im Hotel „Wo der Hahn kräht“!

Das Gasthaus Lamm inmitten der Gemeinde Flein

Das Gasthaus Lamm inmitten der Gemeinde Flein

Aus der Luft - das Hotel, Restaurant und Weingut "Wo der Hahn kräht"

Aus der Luft – das Hotel, Restaurant und Weingut „Wo der Hahn kräht“

Felix Schick und Gäste

Herr Schick und Gäste

Die Terasse des "Wo der Hahn kräht" mit Blick in das Deinbachtal

Die Terasse des Hotels „Wo der Hahn kräht“ mit Blick in das Deinenbachtal

Das Gasthaus Lamm ist Dienstag bis Samstag von 17.00 Uhr bis 22.00 Uhr und Sonntag ab 11:30 Uhr für einen Einblick in das Werk Hans Fähnles geöffnet.

Das Hotel, Restaurant und Weingut „Wo der Hahn kräht“ öffnet die Türen von Montag bis Freitag ab 17 Uhr und ist samstags,  sonntags und feiertags durchgehend geöffnet.