Hans Fähnle einmal ganz privat: Eindrücke des Gesprächsabends am 22. November 2013 mit Volker Caesar

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zu Gast auf Fähnles Bank“ konnte man am letzten Freitag ganz private Einblicke in das Leben von Hans Fähnle im Fleiner Rathaus erhalten. Volker Caesar, Kurator der Ausstellung „Hans Fähnle. Maler aus Flein“, las einige der rund 400 privaten Briefe Fähnles vor, die bisher sorgfältig gehütet bei der Familie aufbewahrt wurden. Um sich dem Leben des Malers zu nähern, nahm sich der Kurator diesen Briefen an. Zusammen mit seiner Frau transkribierte und analysierte er den Briefwechsel Fähnles mit seiner Familie, seinen Brüdern Ernst und Gotthold, den Bilderkäufern Ruth und Karl Fäber, und weiteren Malerfreunden.
Nach und nach bekam Volker Caesar einen umfassenden Eindruck der persönlichen und künstlerischen Entwicklung des Malers, den er an diesem Abend den rund 40 ZuhörerInnen vermittelte. Neben historischen und kunsthistorischen Aspekten fanden auch kleine Anekdoten ihren Platz, wie etwa die Tatsache, dass sich Fähnle selbst in einem Brief als „Maler und Chauffeur“ betitelte.
Postkarte von Hans Fähnle an seinen Vater 1925

Postkarte von Hans Fähnle an seinen Vater 1925

Begleitet wurde die Lesung durch kleine musikalische Intermezzi des Männerensemble “les favoris” aus Ludwigsburg. Das sieben Mann starke A-cappella-Ensemble lies mit Stücken aus den 1930er bis 1960er Jahren den Zeitgeist der Lebensjahre des Malers Hans Fähnle aufleben.
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Einblick No. 5: Lehrer von Flein und Ruth

Lehrer von Flein und Ruth, 1926, Öl auf Leinwand auf Pressplatte, 123,3 x 173,5 cm, Städtische Galerie Fähnle, Überlingen

Lehrer von Flein und Ruth, 1926, Öl auf Leinwand auf Pressplatte, 123,3 x 173,5 cm, Städtische Galerie Fähnle, Überlingen

In Flein wurde Hans Fähnle geboren und wuchs dort auf – einen besonderen Bezug zu seiner Geburtsstadt pflegte er sein Leben lang. In verschiedenen Werken Hans Fähnles taucht die Gemeinde Flein auf, so auch indirekt im Werk „Lehrer von Flein und Ruth“ von 1926. Hier ist die Familie des Künstlers zu sehen, wobei der Raum und die Figuren nicht deutlich zu erkennen sind, vielmehr scheinen sie durch die gedämpfte Farbigkeit miteinander verwoben. Das Familien-Portät des 23-jährigen Malers zeigt kaum Details, locker gesetzte Pinselstriche und Farbflächen kennzeichnen das Werk. Auf den ersten Blick bestimmt die Setzung des Lichts die Wahrnehmung des Betrachters. Das leuchtende Gewand der zentral vor dem Tisch stehenden Figur hebt sich stark vom Hintergrund ab.

Wer ist diese Person, die Fähnle in den Mittelpunkt seines Werks setzt?

Die Antwort darauf kann der Besucher in einer der Führungen erhalten, die während der Ausstellung „Hans Fähnle. Maler aus Flein“ im Rathaus regelmäßig stattfinden. Die genauen Termine sind dem Flyer des Rahmenprogramms zu entnehmen (Fähnle Begleitprogramm) – das Fähnle-Team freut sich auf interessierte Fähnle-Fans!